Praktina – Kamerawerke Dresden

Auf dieser Website möchte ich Ihnen einen Zugang zu einer faszinierenden Kamera ermöglichen: der ersten als Systemkamera konzipierten und gebauten Spiegelreflexkamera der Welt, der Praktina.

Die Praktina wurde 1952 vorgestellt und eine Nullserie aufgelegt. Von 1953 bis 1960 wurde dann die Praktina in großen Stückzahlen auch für den Export bei KW (Kamerawerke Dresden), später VEB Pentacon, in Serie gebaut. Zuerst erschien die Praktina als „FX“ mit Springblendenauslöser für Objektive mit Halbautomatik (die Blende muss manuell geöffnet und die Mechanik gespannt werden), ab 1958 als „IIA“-Version mit automatischer Springblende (ASB). Die Fertigung wurde bereits 1960 eingestellt, der Abverkauf der vorhandenen Exemplare der Praktina IIA lief aber bis Mitte der 1960er Jahre.

Mit dem austauschbarem Sucher und dem Anschluss für einen Schnellaufzug, Feder- oder Elektromotor standen zahlreiche Erweiterungen bereit. Auch Stereofotografie oder der Einsatz einer 17-Meter-Filmrolle ist möglich.

Die Praktina ist voll mechanisch aufgebaut und sehr schwer – sie fühlt sich an, wie aus dem Vollen gefräst. Neben dem wechselbaren Prismensucher sitzt im Gehäuse noch ein einfacher, so genannter Sport-Sucher. Der Hauptsucher zeigt das Bild leider erst nach dem Spannen, die Kamera besitzt also keinen Rückkehrspiegel. Apropos spannen: zum Ende des Films „frisst“ meine Praktina leider den einen oder anderen Film, die Perforation wird von der Transportwalze zerstört und der Film kann dann nicht zurückgespult werden …

Um die Praktina nicht nur in der Praxis, sondern auch in der damals, 1960 geltenden Theorie kennenzulernen, habe ich das nebenstehend abgebildete Buch Praktina Technik, Erhard Loose und Werner Kühnel, Halle 1960, erworben. Das Buch ist für jeden Sammler und Anwender eine lohnende Anschaffung.

Ich selbst besitze die Praktina seit etwa 1980 und habe seitdem tausende Bilder, S/W, Farbnegativ und Farbdia mit ihr fotografiert. Die Praktina hat immer klaglos funktioniert, denn sie ist sehr solide gebaut und kann von daher mit Fug und Recht als eine Kamera, die „ein Leben lang hält“ bezeichnet werden.

Schon bemerkt? Ich bin praktinafan!



Kennen Sie schon das komplette Praktina-Angebot des Jahres 1963/64? In den Unterlagen meines Vaters fand sich eine Praktina-Preisliste 1963/64 mit dem damaligen Lieferprogramm.

Damals befand sich die Praktina schon im Abverkauf, produziert wurde nicht mehr.

 

Features der Praktina

  1. -Belichtungszeit mechanisch, 1s bis 1/1000s

  2. -kein Rückkehrspiegel

  3. -Gummituchverschluss, mechanisch mit Hemmwerk

  4. -mechanischer Selbstauslöser ~10s

  5. -Blitzbuchse auf der linken Gehäusevorderseite

  6. -Sucher mit einfacher Mattscheibe (wechselbar)

  7. -Drehaufzug rechts, Zählwerk

  8. -keine integrierte Belichtungsmessung

  9. -Motoranschluss

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Praktina – die erste System-Spiegelreflex-Kamera der Welt

Surftipp für Sammler: Alberto Taccheos Collector's Guide to Praktina System

Praktina IIa mit Enna Super-Lithagon 2.5/35